Gedenken an Jorge Gomondai

Heute vor 29 Jahren, am 06. April 1991, starb Jorge João Gomondai an schweren Verletzungen, die aus einem Angriff einer Gruppe von Nazi-Skinheads auf ihn stammten.
Die Neonazis hatten Jorge Gomondai in der Nacht zum 31.03.1991 in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt und ihn angegriffen. Es ist unklar ob die Nazis ihn darauf aus der fahrenden Bahn gestoßen haben oder ob er aus Angst aus der Bahn gesprungen ist, um zu versuchen sich zu retten.
Jorge Gomondai wird sofort in ein Krankenhaus gebracht, er kommt nicht wieder zu Bewusstsein und verstirbt dort an seinen schweren Kopfverletzungen. Er wurde 28 Jahre alt.

Jorge Gomondai gilt als erstes Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Seit 1990 sind in Deutschland 209 Menschen durch rechte Gewalt gestorben.

Da die Gedenkveranstaltung aufgrund der aktuellen Einschränkungen abgesagt wurde, haben wir dazu aufgerufen Jorge Gomondai auf andere Art zu gedenken. Darum haben wir – wie auch viele andere Menschen – heute bei unseren Spaziergängen Blumen am Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz abgelegt.

Ausführliche Informationen zu Jorge Gomondai findet ihr zum Beispiel unter: https://gegenuns.de/jorge-gomondai/ Dort gibt es auch Informationen zu seinem Leben in Dresden und seine Familie kommt zu Wort.

Forderungen der Studierenden unterstützen!

Das Semester soll an allen Hochschulen in Sachsen zeitlich wie geplant beginnen und zumindest bis zum 04.05. ausschließlich mit Online-Lehrveranstaltungen durchgeführt werden. Ansonsten soll sich erst einmal nichts ändern. Neben einem offenen Brief, der schnell von vielen Lehrenden und mittlerweile auch Studierenden unterschrieben wurde und ein „Nicht-Semester“, welches nicht als Regelstudienzeit angerechnet werden soll, fordert [1], gab es auch einen Zeit Artikel [2], der das ganze Solidarsemester nannte und vorschlug, dass Studierende im kommenden Semester den Freiraum bekommen sollen sich solidarisch für die Gesellschaft zu engagieren. Wir sagen, dass es egal ist wie man das Ganze nennt. Wichtig ist, dass die Studierenden jetzt bereits eine Zusicherung bekommen, dass das Semester nicht in die Regelstudienzeit zählt. Neben den bestehenden zahlreichen Probleme mit digitaler Lehre sind viele Studierende zurzeit in Notlagen und ihr Fokus kann gar nicht auf dem Studium liegen. Mit einer festen Zusage, dass sie kein Semester verlieren können hätten die Studierenden die Freiheit sie sich sowohl solidarisch engagieren, normal versuchen weiter zu studieren oder sich auf die Bewältigung der Folgen der Krise zu konzentrieren. Allerdings so zu tun als ob an den Hochschulen alles business-as-usual wäre ist unverantwortlich.

[1] https://www.nichtsemester.de/cbxpetition/offener-brief/
[2] https://www.zeit.de/…/solidarsemester-coronavirus-hochschul…

Corona und Repressionen

Gestern trat die neue Sächsische Corona-Schutzverordnung bis voraussichtlich Ende der Osterferien in Kraft. Trotz einiger Verbesserungen zu der bisher gegoltenen Verordnung vom 13.03., wie zum Beispiel der Wiedereröffnung von Wochenmärkten und der leichten Lockerung des Kontaktverbots zu Personen außerhalb des Hausstandes und der Familie, scheint sie für uns jedoch mehr ein Repressionsinstrument als eine richtige Maßnahme zum Schutz vor Corona zu sein. So wurde nun zum Beispiel auch ein Bußgeldkatalog veröffentlicht, in dem Bußgelder von bis zu 150€ bei dem Verlassen des Hauses ohne „triftigen Grund“ verhängt werden dürfen. Diese Bußgelder sind gerade für Menschen, die sich nicht einfach in eine häusliche Isolation begeben können, wie zum Beispiel Obdachlosen nicht nur unfair sondern auch meist nicht bezahlbar und können dadurch leicht in einer Freiheitstrafe enden. Auch werden das Vorliegen eines „triftigen Grundes“ sowie das wohnortnahe Umfeld, das für sportliche Aktivitäten noch betreten werden darf, nach dem Ermessen der kontrollierenden Behörden entschieden und öffnen damit Tür und Tor für Polizeiwillkür und Machtmissbrauch. Und überhaupt, was bringt ein Kontaktverbot bzw. ein Mindestabstand im öffentlichen Leben, wenn im Beruflichen weiterhin Arbeiter*innen in den Fabrikhallen Schulter an Schulter stehen oder Angestellte im Büro noch alle aus derselben Kaffeekanne trinken können?
Auch wir finden, dass konkrete Maßnahmen zur Bewältigung dieser Krise gestellt werden müssen, jedoch müssen diese massiven Beschränkungen der Rechte der Bürger*innen immer mit ihrem Nutzen abgewogen werden und wenn dann auch so formuliert werden, dass sie nicht durch autoritäre Kräfte ausgenutzt werden können. Anstatt den Wettkampf um das härteste Vorgehen gegen Corona gewinnen zu wollen müssen wir die Krise als Chance sehen die gesellschaftliche Solidarität zu stärken. Dies kann zum Beispiel durch
– Eine bessere Aufklärung zum Verhalten in Krisensituation
– mehr und dezentralisierte Testmöglichkeiten
– Der kostenlosen Ausgabe von Schutzmaterialien wie Desinfektionsmitteln und Schutzmasken
– Finanzielle Unterstützung aller von der Krise belasteten Wirtschaftsbereiche
und die Unterstützung von Menschen aus Risikogruppen geschafft werden.
Falls auch ihr nicht nur durch physical distancing euren Teil zur Krisenbewältigung dazu tun wollt bietet die Stadt Dresden auch Vernetzungsplattformen für Nachbarschafthilfe an:
https://www.dresden.de/de/leben/gesundheit/hygiene/infektionsschutz/corona/nachbarschaftshilfe.php
Bleibt gesund und passt aufeinander auf!

Femizid Mahnmal

Morde beim Namen nennen- Femizide* sichtbar machen!

2018 wurden in Deutschland 122 Frauen* von ihrem (Ex-)Partner ermordet. Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann seine (Ex-)Partnerin umzubringen. Diese Morde (Femizide) werden als Eifersuchtsdrama, Beziehungstat oder Familientragödie heruntergespielt. Die Taten werden durch mildere Verurteilungen, wie Körperverletzung mit Todesfolge oder Totschlag, relativiert. Die Opfer von Femiziden sind in der Öffentlichkeit nicht sichtbar. Deswegen waren wir heute mit unserem Mahnmal für ermordete Frauen* am Alberplatz, auf der Prager Straße und auf dem Neumarkt um auf diese aufmerksam zu machen und die Hintergründe der 122 Morde zu verlesen.

*Femizide: von privaten und öffentlichen Akteuren begangene oder tolerierte Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts.

Demo gegen Höcke

Am Montag will PEGIDA zum zweihundertsten Mal durch Dresden laufen! Hier wollen sie wie üblich ihre rassistische, nationalistische und menschenfeindliche Hetze durch die Stadt tragen . Dafür haben sie sich dieses Mal mit Bernd Höcke faschistische Verstärkung aus Thüringen geholt.
Nachdem wir uns am Samstag schon erfolgreich den Nazis in den Weg gestellt haben und ihnen den direkten Weg raus aus der Stadt gezeigt haben, fordern wir alle dazu auf PEGIDA den Montag zu versauen.
Stellt und setzt euch Höcke und PEGIDA in den Weg. Schließt euch dafür den Demos von Nationalismus raus aus den Köpfen um 18 Uhr am Neumarkt oder von HOPE – fight racism an.
Keinen Fußbreit den Faschist*innen, morgen und an allen anderen Tagen!
Fight PEGIDA! Fight AFD!

#dd1702 #nonazis #noafd

Kundgebung Heidefriedhof

Wir konnten heute erfolgreich auf dem HeideFriedhof gegen das geschichtsrelativierende Gedenken protestieren. Die Gegner*innen waren in der Mehrzahl- die gesamte Veranstaltung war nur ein Akt der reinen Selbstinzinierung von CDU, AfD und Nazis.

Deutsche Täter*innen sind keine Opfer!

Victor Klemperer

Victor Klemperer ist einer der bedeutendsten Zeitzeugen des dritten Reiches. Ab 1920 lehrte er an der Technischen Hochschule Dresden und hielt in seinen Tagebüchern ab 1933 akribisch seine Erlebnisse im nationalsozialistischen Deutschland fest und schildert seine Alltagserlebnisse vom herrschenden Regime und von der Gesellschaft wegen seiner jüdischen Herkunft ausgegrenzter Intellektueller. Zudem analysierte er in seiner Abhandlung „Lingua Tertii Imperii“ brilliant die Sprache des dritten Reiches.
1935 verlor Klemperer seine Professur aufgrund des „Reichsbürgergesetzes“, zudem wurde ihm als Mensch jüdischer Herkunft der Zugang zu Bibliotheken und das Abonnieren von Zeitschriften verweigert, seine wissenschaftliche Arbeit kam zum Erliegen. Ab 1940 waren er und seine Frau gezwungen, in verschiedenen so genannter Judenhäusern zu wohnen, 1945 sollten die beiden in ein Vernichtungslager deportiert werden. Der Bombenangriff rettete ihnen, obwohl leichter Verletzungen, das Leben.

#13Feb #DD1302 #DD1502 #Dresden

Anmerkung:
Auch wenn Victor Klemperer von strömenden Phosphor spricht, hat sich im Nachgang herausgestellt, dass kein Phosphor eingesetzt wurde. Diese Legende ist zum Teil von der NS-Propaganda geschaffen wurden und zum Teil durch Fehldeutungen von Sinneseindrücken entstanden.

Keinen Fußbreit den Faschisten!

Antifaschist*innen nicht gegeneinander ausspielen!

Mit Besorgnis betrachten wir die derzeitigen Entwicklungen in Thüringen. Unsere ungeteilte Solidarität gilt den Menschen, die gegen den aufkommenden Faschismus in Thüringen und in ganz Deutschland auf die Straße gehen.
Die Situation ist gefährlicher denn je.

Und eigentlich würden wir den geplanten Protest von unteilbar in Erfurt gerne unterstützen, doch dieser ist für den 15. Februar geplant.
Am 15. Februar finden auch die Naziaufmärsche in Dresden, im Rahmen des 75. Jahrestages der Bombardierung der Stadt, statt.

Seit Wochen organisiert das Bündnis Dresden Nazifrei die Aktionswoche mit Gegenprotesten, seit Jahren ist das Bündnis aktiv, um den Nazis nicht die Stadt zu überlassen.

Wir bedauern die Wahl des Datums in Erfurt, schließen uns der Kritik des Bündnisses Dresden Nazifrei an und schlagen Unteilbar vor, gemeinsam gegen den Faschismus zu demonstrieren – am 15. in Dresden und am 16. oder jedem anderen Tag in Erfurt.

Wir rufen alle Antifaschist*innen auf uns in Dresden nicht allein zu lassen und den Nazis keinen Fußbreit zu überlassen!